Weihnachten in der Fränkischen Schweiz

Tiefverschneite Modelllandschaften faszinieren mich schon seit längeren. Schlüsselerlebnis war eine Anlage, die ich um die Jahrtausendwende auf einer Modellbahnausstellung im Bahnhof von Merseburg bewundern durfte. Leider hatte ich keinen Fotoapparat dabei. Sie war etwa 2,5 Meter lang und etwa 1,5 Meter tief. Thema war ein kleiner Bahnhof im Erzgebirge mit einer abzweigenden kurzen Schmalspurbahn, ein klassisches Oval mit jeweils einem Tunnel auf jeder Seite, dahinter unter einem stattlichen Berg war der Schattenbahnhof. Betrieblich eher uninteressant, aber vorzüglich gestaltet mit allem was Weihnachtsstimmung aufkommen lässt ohne kitschig zu sein. Der Bazillus hatte mich. Nun ist die Gestaltung einer realistischen Winterlandschaft auf einer Modellbahn mit ihren zwangsläufig vorhandenen technischen Geräten extrem aufwändig. Der Knackpunkt ist der künstliche Schnee. Der muss fest angebracht sein, sonst geben Weichen und Lokomotiven schnell ihren Geist auf.

Viel einfacher lässt sich der Wintertraum auf einem Diorama verwirklichen. Der Schnee kommt bei meinen Winterdioramen aus der Drogerie und rieselt völlig vorbildgerecht von oben auf die Landschaft. Ich verwende ganz banalen Babypuder, mit einem Sieb aufgestreut. Die Klebewirkung entspricht etwas dem von Pulverschnee, er rieselt von selbst dahin wo auch echter Schnee landen würde. Man kann das Diorama sogar etwas kippen ohne dass die weiße Pracht großflächig verrutscht. Sollten die Bäume und Dächer, beispielsweise nach einem Transport, doch etwas kahl wirken wird einfach „nachgeschneit“.

 

Ich habe diesmal einen trapezförmigen Grundriss gewählt, das Diorama passt somit perfekt in eine ungenutzte Zimmerecke. Auf dem Foto sind noch nicht die endgültigen Modelle aufgestellt, aber man kann den Grundriss besser erkennen als auf den Bildern vom fertigen Diorama.

Die Gebäude und die Brücke sind entweder aus meinem Programm oder selbst gebaut. Die Häuser am rechten Flußufer waren ursprünglich die Handmuster einer geplanten Bausatzneuheit. Leider war die Resonanz auf eine vor ein paar Jahren gestartete Umfrage sehr gering. Der Bratwurststand ist ein halbierter Kiosk (Art. 1-107), die Inneneinrichtung steuerte die Restekiste bei.

Einige Gebäude sind mit LEDs beleuchtet, die ich von einer preiswerten Weihnachtsbaumlichterkette abgetrennt habe. Die Straßenlaternen sind von Faller, das kaltweisse Licht ist ein interessanter Kontrast zur warmen Innenbeleuchtung der Gebäude. Ganz so krass wie auf den „Nachtaufnahmen“ ist der Unterschied aber nicht.

Für die Felsen habe ich wie schon beim Spur 0 Weihnachtsdiorama Korkrinde aus der Zoohandlung verwendet, die farblich etwas nachbehandelt wurde. Auch das Wasser ist konventionell gestaltet: Spachtelmasse, grünbraune Farbe, Klarlack drüber und fertig. Die Vegetation beschränkt sich auf die unmittelbare Umgebung der Burg. Es handelt sich größtenteils um einfache „Flaschenputzer“-Fichten aus einer Großpackung. In einer Sommerlandschaft sind die Dinger absolut nicht mehr zeitgemäß, mit etwas weißer Farbe wirken sie hier aber sehr überzeugend. Einige Seemoszweige vervollständigen den Wald. Bei den Figuren wurde darauf geachtet, dass die Bekleidung nicht zu sommerlich ist, dick angezogene Preiserlein wollte ich mir nicht extra zulegen. Als Hintergrundfarbe hat sich bei Winterdioramen Schwarz bestens bewährt. Der Kontrast zum weißen Schnee erzeugt besonders bei eingeschalteter Beleuchtung eine ungleich bessere Stimmung als ein heller Himmelhintergrund. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass der Übergang zur Hintergrundkulisse nicht sofort erkannt wird, der Hintergrund verschwindet sozusagen in der Nacht. Damit wird die Tiefenwirkung enorm gesteigert.

Das Diorama ist in einem geschlossenen Kasten mit Plexiglasscheibe staubdicht untergebracht und eine echte Bereicherung des Wohnzimmers.

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