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NEU IM ANGEBOT

BAUSÄTZE H0

Art. 1-119 "Empfangsgebäude Gräfenberg"

Art. 1-120 "Waldschänke"

Art. 1-121 "Futtersilo"

Art. 1-122 "Bahnhofsgaststätte Gräfenberg"

 

GRÄFENSTEIN

“Gräfenstein” ist ein fiktives Kleinstädtchen in Oberfranken am Rand der Fränkischen Schweiz. Schon relativ früh erhielt es einen Bahnanschluss aus der nahen Kreisstadt, aber es häuften sich die Beschwerden, dass die weiter südlich gelege Großstadt nicht direkt erreichbar ist. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch dieses Problem gelöst wurde. Ein Zwischenbahnhof etwa auf halben Weg der ursprünglichen Strecke wurde zum Trennungsbahnhof und seit dem ist Gräfenstein von beiden Städten aus mit der Bahn zu erreichen. Der rege Ausflugsverkehr trug schon bald zum Ansteigen der Fahrgastzahlen bei. Wegen der günstigen Verkehrsanbindung siedelten sich rasch einige Gewerbebetriebe an. Ein Kohlenhändler, eine kleine Fabrik und die obligatorische BayWa liesen nicht lage auf sich warten. Sicher haben Sie es längst erkannt: die kleine Geschichte ähnelt der von Gräfenberg, Endpunkt der legendären Seku.

Theoretisches

Ursprünglich wollte ich den Endbahnhof von Gräfenberg auch nachbauen, leider machte mir einmal mehr der leidige Platzmangel einen Strich durch die Rechnung. Mit maßstäblichen Weichen von Weinert wäre er einen guten Meter länger geworden und eine Karikatur mit verkürzten Modellweichen will ich nicht. Doch an denen führt leider kein Weg vorbei. Ich entschied mich deshalb für Weichen von Peco Code 75 und einen anderen Gleisplan, aber auch hier hatte ich kein Glück. Die Ausführung mit nicht polarisierten Herzstück war einfach nicht aufzutreben. Anscheinend können (oder wollen) die EU-Verpisser von der Insel nicht liefern. Für den Durchschnittsmodellbahner wäre das kein Problem, es gibt genug Alternativen, z.B. von Roco oder Tillig, beides hervorragende Produkte. Ich will aber den Verdrahtungsaufwand so gering wie möglich halten, auch auf Weichenantriebe werde ich verzichten. Von Hand gestellte Weichen genügen mir, so wie ich mich kenne werde ich sowieso nicht viel rangiern und die Antriebe hätte die Kosten für das Gleismaterial mal eben fast verdoppelt. Hätte der Platz gereicht, wäre mir der optische Vorteil des Weinert Gleimaterials die erheblich höheren Kosten wert gewesen, auch den hohen Verdrahtungsaufwand hätte ich in Kauf genommen. Die oben erwähnten Peco Weichen haben den Vorteil, dass der Strom immer nur in die Richtung fließt in der die Weiche gestellt ist. So ist auch ohne abschaltbare Gleise oder Digitalisierung der Einsatz von mehreren Loks möglich. Zu warten bis die Peko Weichen wieder erhhältlich sind wollte ich nicht, ich entschied mich deshalb, die Piko-Weichen von der Vorgängeranlage wieder zu verwenden. Leider ist das Schienenprofil unzeitgemäß hoch, aber was solls, wenn schon Kompromisse dann gleich richtig. Hauptsache der Betrieb verläuft reibungslos. Um den Gesamteindruck etwas aufzupolieren, werden die Weichen mit Code 75 Gleisen von Weinert verbunden. Diese Gleise werden auch auf der sichtbaren Strecke zum Schattenbahnhof verwendet. Im Schattenbahnhof greife ich wiederum auf Peco Code 100 Gleismaterial zurück, das ich gebraucht günstig im Netz der Wahrheit ersteigert habe. Wenigstens hier kann ich dann die oben erwähnten Vorteile genießen.

Ein Plan muss her

Der Gleisplan der Anlage ist bewusst simpel gehalten: Schattenbahnhof, darüber der Endbahnhof (der abgebildete Bahnhof ist noch nicht die Endausführung), dazwischen Strecke. Ursprünglich wollte ich den Plan noch einfacher halten und auf die Kehre verzichten. Das wäre aber nur mit extremen Steigungen zu machen gewesen, unter 3,5% ginge nichts, was nicht nur optisch wenig überzeugt sondern auch so manche Lok überfortert hätte. Durch die Kehre komme ich mit 2% aus. Leider hat dieses Konzept auch Nachteile: im Bereich der Kehre komme ich nur sehr schwer an den hinteren Anlagenrand und die Strecken sind optisch "unschön" doch recht nahe beieinander. Aber ich bin sicher, dass mir hier etwas einfällt wenn es an die Landschaftsgestaltung geht. Das Problem der Erreichbarkeit löse ich, indem ich den Bereich der Kehre separat baue und erst nach kompletter Ausgestaltung einfüge (die Kartons auf dem Foto sind Platzhalter für die geplanten Felsen mit Tunnel).

Zur Gleisreinigung und bei Entgleisungen komme ich (wenn auch mit Verrenkungen) später jedenfalls gerade noch ran. Als “Bonbon” ist dafür die sichtbare Strecke fast doppelt so lang.

Der Schattenbahnhof

bietet Platz für fünf Züge und zwei Triebwagen. Die Gleise 1 bis 3 sind für Züge mit Tenderlokomotiven, umgesetzt wird von Hand. Die Gleise 4 und 5 sind für Schlepptenderloks reserviert, umgesetzt wird über die Gleise 6/8. Gleis 6 ist zweigeteilt, der hintere Bereich ist elektisch getrennt, hier kann ein Triebwagen abgestellt werden. Gleis 7 ist ebenfalls für Triebwagen reserviert, eventuell auch für eine kurze Rangiereinheit.

 

Der Landschaftsteil

Den Unterbau für den -ich nenn ihn mal Landschaftsteil- konnte ich von der Vorgängeranlage übernehmen. Ursprünglich wollte ich ihn 10cm tieter legen, damit der (höher gelegene) Bahnhof etwas unter Augenhöhe liegt. Dann wäre aber der Durchschlupf zum Ausgang arg niedrig ausgefallen. Auch ich werde nicht jünger, und noch tiefer bücken wollte ich mich beim Verlassen des Arbeitszimmers in dem die Anlage steht nicht. Eventuell werde ich ein Podest bauen damit das Rangieren im Bahnhof bequemer wird, doch dazu später mehr.

 

Die Kehre

Wie bereits erwähnt, habe ich die Kehre separat gestaltet damit ich den hinteren Bereich bequem erreichen konnte. Zur Entschärfung der engen Kehre dient ein Felsvorsprung mit einem Kurztunnel. Ursprünglich wollte ich den Berg über den gesamten Kehrbogen legen. Dann wäre der Tunnel aber so lang geworden, dass jede kleine Störung zum echten Problem geworden wäre. Ich habe deshalb den Felsvorsprung etwas größer gemacht als ursprünglich geplant.

Für den Tunnel habe ich aus 2cm starken Styrodur das Lichtraumprofil ausgeschnitten. Die Teile wurden dann dem Gleisradius angepasst mit Distanzstücken aneinander geklebt. Anschließend wurden die Lücken verspachtelt und innen dunkelgrau gestrichen. Die Tunnelportale sind aus 5mm Styrodur in das ich die Fugen mit einem Bleistift eingaviert habe. 

Die für die Felsen verwendete Korkrinde habe ich schon früher bei einigen Dioramen eingesetzt, sie hat sich auch hier wieder bewährt. Viel realistischer bekommt man die zerklüfteten Kalkfelsen der fränkischen Schweiz auch mit Gips nicht hin. Die Lücken habe ich mit Moltofill verspachtelt und farblich angeglichen, das Finetuning erledige ich wenn der Rest der Landschaft fertiggestellt ist.

Terraforming

Was mir überhaupt nicht liegt, ist die offene Rahmenbauweise. Das setzt gründliche Planung voraus, doch dafür reicht meine Fantasie gerade noch bei kleinen Dioramen, und selbst da bevorzuge ich Styropor. Nichts ist ärgerlicher als ein Planungsfehler der zu spät bemerkt wird. An massiven Holzspanten herumsägen ist wesentlich umständlicher als einen Styroporblock mit einem Messer bearbeiten. Die lästigen Krümel nehme ich dafür gerne in Kauf. Preiswerter und leichter ist es außerdem auch. Und so entsteht Schicht für Schicht die Landschaft aus unterschiedlich starken Styroporplatten. Wo steile Hänge notwendig waren, habe ich wieder die bewärten Korkstücke eingebaut. Beim Hang hinter den Brücken (Auhagen und Faller) genügte eine 2cm starke schräg aufgestellte Platte. Auch der Berg über dem Tunnel zum Schattenbahnhof ist nicht massiv, sondern aufgeständert. Hier sagen die Fotos wohl mehr als Worte. Ich möchte den Leser nicht langweilen mit der schon 1000 mal in diversen Publikationen veröffentlichten Aufzählung von banalen Kleinigkeiten wie “der Basaltschotter von Firma A wurde mit Wasser dem 21,8% Leim der Firma P und ein viertel Tropfen Spülmittel zugesetzt wurde befestigt”, sondern mich auf das konzentrieren was meine Anlage von den meisten anderen unterscheidet. So bin ich zum Beispiel bei den Gleistrassen durchaus unkonventionelle Wege gegangen. Im Bereich der Kehre habe ich sie aus einer preisgünstigen Hartfaserplatte ausgeschnitten, die Reste wurden für die geraden Gleisstücke am hinteren Rand verwendet. Im vorderen Bereich kam Trittschallschutz für Laminatböden zum Einsatz (nachfolgend wie bei Hanullingen wieder mit TSS abgekürzt), das ich auch schon bei “Bad Spenzer” verwendet habe. HALT höre ich den Leser rufen, DAS labbrige Zeug für den Gleisunterbau? Als Profimodellbauer schneidet man die Trassen doch aus mindestens 10mm starken Sperrholz? Stimmt, aber das ist mir zu aufwändig und auch viel zu teuer. Unterfüttert und anschließend verspachtelt ist TSS überraschend stabil. Bei “Bad Spenzer” hat es jedenfalls nie Probleme gegeben.

Die Gebäudemodelle

Nicht unwesentlich zum individuellen Erscheinungsbild einer Anlage trägt die Auswahl der Gebäude bei. Erst neulich habe ich am Kiosk ein Sonderheft der MIBA über die Privatanlage eines bekannten Herstellers von hervorragenden Zubehör und Lokomotivbausätzen durchgeblättert. Die Anlage ist ganz ausgezeichnet gestaltet, trotzdem kam mir beim Betrachten nie die berühmte Frage in den Sinn: Vorbild oder Modell? Verräter waren die auf milliarden anderen Anlagen schon gesehenen Großseriengebäudemodelle. Ich verwende deshalb ausschließlich selbstgebaute Einzelanfertigungen oder Modelle aus meinem Programm, und letztere auch nur sehr ungern. Zwar ist deren Produktionszahl bestenfalls im Promillebereich verglichen mit etablierten Großserienherstellern, aber auch sie sind relativ häufig zu sehen. So weit wie bei “Hanullingen, dass ich sämtliche Gebäude einzeln anfertige, wollte ich aber dann doch nicht gehen. Schließlich will ich dieses mal nicht wieder fast 10 Jahre an der Anlage bauen. Wichtig war mir lediglich, dass die Gebäude glaubhaft zur Anlage passen. Und hier muss ich ins Detail gehen. Am liebsten hätte ich wieder eine Dorfszene gestaltet. Geplant war, die Modelle der Vorgängeranlage in neuer Anordnung und angereichert mit ein paar neuen Einzelanfertigungen, wieder zu verwenden. Nun hat die neue Anlage aber im Gegensatz zur alten eine Gleistrasse im Vordergrund und eine zusätzliche hinten. Der Abstand beträgt im Durchschnitt lediglich 50cm, abzüglich des Bahndamms. Die Vorbilder der vorhandenen Bauernhäuser sind aber größtenteils wesentlich älter als die Bahnstrecke und mir ist kein Fall bekannt, dass eine unbedeutende Nebenbahn brutal durch ein gewachsenes Dorf gebaut wurde. Das hätten die Grundstücksbesitzer bestenfalls gegen horrende Entschädigungszahlungen akzeptiert. Auch hätte der Platz nicht zur glaubwürdigen Darstellung ganzer Bauernhöfe gereicht. Ich entschied mich daher für eine bescheidene kleinstädtische Architektur, durchsetzt mit etwas Gewerbe. Samtliche Gebäude sind gedacht erst nach dem Bahnbau Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Es dominieren Wohnhäuser ohne Landwirtschaft, wie sie am Rand von größeren Dörfern oder kleinen Städtchen zu finden waren. Heute sind sie größtenteils durch hässliche Neubauten oder Gewerbegebiete ersetzt worden. Die Tanke, ein Bauernhaus und die Brauerei konnte ich recyceln. Der Rest sind Bausätze aus meinem Programm.

An dieser Stelle muss ich nachholen, was bereits ins erste Kapitel gehört hätte: auch dieses mal “spielt” meine Anlage wieder Ende der 1950er Jahre. Die Gründe für die Epochenwahl habe ich bereits ausführlich in “Hanullingen” beschrieben.

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