GRÄFENSTEIN

“Gräfenstein” ist ein fiktives Kleinstädtchen in Oberfranken am Rand der Fränkischen Schweiz. Schon relativ früh erhielt es einen Bahnanschluss aus der nahen Kreisstadt, aber es häuften sich die Beschwerden, dass die weiter südlich gelege Großstadt nicht direkt erreichbar ist. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch dieses Problem gelöst wurde. Ein Zwischenbahnhof etwa auf halben Weg der ursprünglichen Strecke wurde zum Trennungsbahnhof und seit dem ist Gräfenstein von beiden Städten aus mit der Bahn zu erreichen. Der rege Ausflugsverkehr trug schon bald zum Ansteigen der Fahrgastzahlen bei. Wegen der günstigen Verkehrsanbindung siedelten sich rasch einige Gewerbebetriebe an. Ein Kohlenhändler, eine kleine Fabrik und die obligatorische BayWa liesen nicht lage auf sich warten. Sicher haben Sie es längst erkannt: die kleine Geschichte ähnelt der von Gräfenberg, Endpunkt der legendären Seku.

Theoretisches

Ursprünglich wollte ich den Endbahnhof von Gräfenberg auch nachbauen, leider machte mir wieder einmal der leidige Platzmangel einen Strich durch die Rechnung. Mit maßstäblichen Weichen von Weinert wäre er einen guten Meter länger geworden und eine Karikatur mit verkürzten Modellweichen will ich nicht. Doch an denen führt leider kein Weg vorbei. Ich entschied mich deshalb für Weichen von Peco Code 75 und einen anderen Gleisplan, aber auch hier hatte ich kein Glück. Die Ausführung mit nicht polarisierten Herzstück war einfach nicht aufzutreben. Anscheinend können (oder wollen) die EU-Verpisser von der Insel nicht liefern. Für den Durchschnittsmodellbahner wäre das kein Problem, es gibt genug Alternativen, z.B. von Roco oder Tillig, beides hervorragende Produkte. Ich will aber den Verdrahtungsaufwand so gering wie möglich halten, auch auf Weichenantriebe werde ich verzichten. Von Hand gestellte Weichen genügen mir, so wie ich mich kenne werde ich sowieso nicht viel rangiern und die Antriebe hätte die Kosten für das Gleismaterial mal eben fast verdoppelt. Hätte der Platz gereicht, wäre mir der optische Vorteil des Weinert Gleimaterials die erheblich höheren Kosten wert gewesen, auch den hohen Verdrahtungsaufwand hätte ich in Kauf genommen. Die oben erwähnten Peco Weichen haben den Vorteil, dass der Strom immer nur in die Richtung fließt in der die Weiche gestellt ist. So ist auch ohne abschaltbare Gleise oder Digitalisierung der Einsatz von mehreren Loks möglich. Zu warten bis die Peko Weichen wieder erhhältlich sind wollte ich nicht, ich entschied mich deshalb, die Piko-Weichen von der Vorgängeranlage wieder zu verwenden. Leider ist das Schienenprofil unzeitgemäß hoch, aber was solls, wenn schon Kompromisse dann gleich richtig. Hauptsache der Betrieb verläuft reibungslos. Um den Gesamteindruck etwas aufzupolieren, werden die Weichen mit Code 75 Gleisen von Weinert verbunden. Diese Gleise werden auch auf der sichtbaren Strecke zum Schattenbahnhof verwendet. Im Schattenbahnhof greife ich wiederum auf Peco Code 100 Gleismaterial zurück, das ich gebraucht günstig im Netz der Wahrheit ersteigert habe. Wenigstens hier kann ich dann die oben erwähnten Vorteile genießen.

Ein Plan muss her

Der Gleisplan der Anlage ist bewusst simpel gehalten: Schattenbahnhof, darüber der Endbahnhof (der abgebildete Bahnhof ist noch nicht die Endausführung), dazwischen Strecke. Ursprünglich wollte ich ihn noch einfacher halten und auf die Kehre verzichten. Das wäre aber nur mit extremen Steigungen zu machen gewesen, unter 3,5% ginge nichts, was nicht nur optisch wenig überzeugt sondern auch so manche Lok überfortert hätte. Durch die Kehre komme ich mit 2% aus. Leider hat dieses Konzept auch Nachteile: im Bereich der Kehre komme ich nur sehr schwer an den hinteren Anlagenrand ran und die Strecken sind doch recht nahe beieinander. Aber ich bin sicher, dass mir hier etwas einfällt wenn es an die Landschaftsgestaltung geht. Das Problem der Erreichbarkeit löse ich, indem ich den Bereich der Kehre separat baue und erst nach kompletter Ausgestaltung einfüge (die Kartons auf dem Foto sind Platzhalter für die geplanten Felsen mit Tunnel).

Zur Gleisreinigung und bei Entgleisungen komme ich (wenn auch mit Verrenkungen) später jedenfalls gerade noch ran. Als “Bonbon” ist dafür die sichtbare Strecke fast doppelt so lang.

Der Schattenbahnhof

bietet Platz für fünf Züge und zwei Triebwagen. Die Gleise 1 bis 3 sind für Züge mit Tenderlokomotiven, umgesetzt wird von Hand. Die Gleise 4 und 5 sind für Schlepptenderloks reserviert, umgesetzt wird über die Gleise 6/8. Gleis 6 ist zweigeteilt, der hintere Bereich ist elektisch getrennt, hier kann ein Triebwagen abgestellt werden. Gleis 7 ist ebenfalls für Triebwagen reserviert, eventuell auch für eine kurze Rangiereinheit.

 
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